Bundeskunstpreis
Verbunden mit Ausstellungen in der ganzen Bundesrepublik. Im selben Jahr reiste Kowalke zu Salvador Dalí.
Maler und Bildhauer · Eckernförde

Eckhard Kowalke wurde 1952 in Bremen geboren und arbeitet seit 1970 als freischaffender Künstler. Drei Jahre später erhielt er den Bundeskunstpreis und reiste im selben Jahr zu Salvador Dalí. Sein Atelier hat er seit 1994 in Eckernförde.
In Eckernförde arbeitete Kowalke zeitweise mit Peter Roland Borath in einem gemeinsamen Atelier im Haus Frau Clara. Die beiden regten sich gegenseitig an: Kowalke beschäftigte sich mit Boraths abstrakten Farbspielen, Borath mit Kowalkes Lasurmalerei. „Wir bereichern uns gegenseitig, das war anfangs gar nicht geplant“, sagte Kowalke über die Zusammenarbeit. (Gerhard Breier · Eine ganz neue Schaffensära)
Er malt auf Leinwand und an Hauswänden, schmiedet Stahl und arbeitet in Holz; um 2000 baute er Möbel als Skulpturen. Ihre organischen Formen entstehen aus ineinandergesteckten Platten. Für den NDR entwickelte er einen mobilen Interviewsitz zum Schleswig-Holstein Musik Festival. Am Eckernförder Strand steht seine geschmiedete Nixe von 1996.
Der Autor Fredi M. Uhlig hat Kowalkes Werk 2013 in drei Bildbänden dokumentiert, Art-Kowalke I bis III. 2018 erschien seine Autobiografie Ich hau ab!
„Für mich ist Kunst ein meditativer Weg auf der Suche nach Erkenntnis und Wahrheit, um die Schöpfung zu begreifen.“Eckhard Kowalke · Über sein Kunstverständnis
Künstlerische Arbeit
Schon als Kind besuchte Kowalke die Bremer Kunsthalle. Dort faszinierten ihn die alten Meister und ihre genaue Wiedergabe von Menschen und Dingen. Auch während seiner handwerklichen Ausbildungen malte er weiter: „Ich habe nie das Ziel aus den Augen verloren, ein guter Maler zu werden.“ (Art-Kowalke I, S. 3)
Kowalke nennt seine Malerei „Neuen Magischen Realismus“. Gemalt ist alles mit großer Genauigkeit, und doch stimmt etwas nicht: Felstürme wachsen aus dem Meer und werden beim zweiten Hinsehen zu Gestalten, in Steilküsten liegen Gesichter, ein Kind trägt zwei Koffer an einem Gleis entlang. Burkhard R. Hübner sah die Wurzeln dieser Bilder „in der Tradition des Surrealismus“.
Die Porträts entstehen in altmeisterlicher Lasur- und Mischtechnik, am Anfang stehen Fotografien und digitale Entwürfe. Die Gesichter sind Schicht für Schicht ausgearbeitet, der Grund daneben darf aufbrechen, in Spritzer, Läufe und Wirbel. Bei Joe Cocker oder Amy Winehouse wird gerade dieser Gegensatz zum Bild.
Bei den Musikerporträts, die er 2013 zur Langen Nacht der Kunst in Eckernförde zeigte, arbeitete Kowalke mit vergrößerten Fotovorlagen und einem Lupenaufsatz. Ein früheres großes Ölporträt zeigt Willy Möller aus Altenhof; ein Zeitungsbericht von 1998 beschreibt außerdem eine kleinere Fassung, die Kowalke ihm schenkte. (Musikerporträts · Porträt Willy Möller)
Daneben stehen die stillen Bilder. In den Seestücken der Reihe Licht löst sich der Horizont im Dunst auf, oft bleibt nur ein heller Streifen über dunklem Wasser.
Für die Strandperformance 2005 legten sich bemalte Modelle in eine mit Leinwand ausgelegte Mulde im Eckernförder Sand. Die Abdrücke sind für Kowalke der Anfang eines Bildes, aus ihren Schlieren und Faserstrukturen malt er Figurengruppen und Gesichter heraus. Nicole Werminghoff hat die Aktion fotografiert.
Auszeichnungen
Verbunden mit Ausstellungen in der ganzen Bundesrepublik. Im selben Jahr reiste Kowalke zu Salvador Dalí.
Auszeichnung im Zusammenhang mit der Ausstellung in Singen unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Richard von Weizsäcker.
Für seine Skulptur Hugo erhielt Kowalke den zweiten Kulturpreis der Galerie Kunsthäusle in Singen. (Jens Rönnau · Der andere Blick auf Gentechnik)
Kunst und Engagement
Ab 2009 zeigte Kowalke unter dem Titel Im Namen des Herrn gekreuzigte Puppen in Hannover, Flensburg, Berlin und Eckernförde, ein Mahnmal für die Kinder, die zwischen 1945 und 1975 in kirchlichen Heimen misshandelt wurden. 2010 sprach er darüber im Schleswig-Holsteinischen Landtag.
2015 wurde im Haus Moorhort in Freistatt, einem früheren Erziehungsheim, eine Dauerausstellung seiner Gemälde und Skulpturen eröffnet, mit Texten von Fredi M. Uhlig. 2020 saß er in der Jury des Landeswettbewerbs Anerkennungsskulptur Leid und Unrecht, 2022 holte er zehn Kunstschaffende für die Ausstellung Kinderrechte nach Flensburg.
Für die Carlshöhe entwickelte Kowalke außerdem das Konzept eines „Platzes der Kinderrechte“: einen Skulpturen- und Spielpark mit bespielbaren Fabelwesen. Kinder und Auszubildende sollten an Planung und Gestaltung mitwirken; die Kunstobjekte waren für Kinder mit und ohne Behinderung gedacht.
2019 stellte er die Idee im Kulturausschuss vor. Zum ersten Entwurf gehörte ein Modell mit einem weißen Ring und Kinderfiguren. (Zum Projektkonzept)